Mehr als der Moment: Ein ergänzender Vitalparameter erweitert den Blick auf langfristige Gesundheitsrisiken
Premstätten, Österreich, und München, Deutschland (27. Mai 2026) — Herzfrequenz, Durchblutung oder andere physiologische Messgrößen gehören seit Jahrzehnten zu den zentralen Parametern der Gesundheitsüberwachung. Viele relevante Veränderungen im Körper entstehen jedoch schleichend und lassen sich nicht anhand einzelner Messpunkte erfassen. Entsprechend wächst das Interesse an zusätzlichen Vitalparametern, die längerfristige Belastungen abbilden. Ein solcher Ansatz ist die nicht-invasive Erfassung der Anreicherung von Advanced Glycation End Products (AGEs) im Gewebe über die Autofluoreszenz der Haut.
„Etablierte Vitalparameter bleiben unverzichtbar“, sagt Stephan Haslbeck, Produktmanager bei ams OSRAM. „Spannend wird es dort, wo zusätzliche Messgrößen eine andere zeitliche Perspektive eröffnen: Sie ergänzen kurzfristige Momentaufnahmen um Hinweise auf längerfristige Belastungen und helfen, physiologische Daten im Verlauf besser einzuordnen.“
Ein Vitalparameter mit Langzeitperspektive
AGEs entstehen im Rahmen natürlicher Stoffwechselprozesse und reichern sich über lange Zeiträume im Gewebe an. Anders als Herzfrequenz oder Durchblutung reagieren ihre Werte nicht kurzfristig auf Bewegung, Stress oder Tagesform. Sie verändern sich langsam – und spiegeln damit längerfristige Belastungen wider.
Der AGE‑Wert beantwortet daher nicht die Frage, wie es dem Körper jetzt geht, sondern welche Stoffwechsel‑ und Belastungsprozesse ihn über einen längeren Zeitraum geprägt haben. Er wirkt wie ein biologisches Langzeitgedächtnis, das über Messungen im Verlauf sichtbar macht, welche Belastungen sich über Jahre im Körper angesammelt haben. In der medizinischen Forschung werden erhöhte AGE Werte mit Stoffwechsel und Gefäßbelastungen in Verbindung gebracht, wie sie unter anderem bei Diabetes, eingeschränkter Nierenfunktion oder kardiovaskulären Erkrankungen auftreten können.
Möglich wird dieser nicht-invasive Ansatz durch eine Eigenschaft bestimmter AGEs im Gewebe: Sie reichern sich über lange Zeit im kollagenreichen Hautgewebe an und senden bei gezielter optischer Anregung ein messbares Fluoreszenzsignal aus. Dieser Effekt lässt sich von außen erfassen – ohne Blutabnahme oder Eingriff – und macht es möglich, langfristige biologische Prozesse über die Haut sichtbar zu machen.
Wie sich neue Messansätze in kompakte Systeme integrieren lassen
Damit sich zusätzliche Vitalparameter wie AGE in der Praxis nutzen lassen, müssen sie sich in kompakte, sichere und robuste Systeme integrieren lassen. Moderne optische Sensorik schafft dafür die Voraussetzungen, indem unterschiedliche optische Signale innerhalb eines Systems klar voneinander abgegrenzt werden können.
Ein Beispiel dafür ist die Multi Chip LED SFH 7019 von ams OSRAM. Sie kombiniert drei für Vitalzeichenanwendungen relevante Wellenlängen in einem kompakten Bauteil von 1,65 mm × 2,15 mm × 0,6 mm: UV A Licht (typisch ≈ 383 nm) zur Anregung der Gewebeautofluoreszenz, grünes Licht (≈ 530 nm) für etablierte Vitalparameter wie die Herzfrequenzmessung sowie zur Reflexionskorrektur und Infrarotlicht (≈ 980 nm) für Photoplethysmographie
(PPG) basierte Messungen. Die einzelnen Chips lassen sich separat ansteuern, sodass unterschiedliche Messansätze zeitlich getrennt genutzt werden können.
Ergänzt wird die Lichtquelle durch eine speziell entwickelte Fotodiode, die für die gleichzeitige Detektion von Autofluoreszenz‑ und PPG‑Signalen ausgelegt ist. Ein integrierter Filter blockiert die UV‑Anregung zuverlässig, während sichtbares und infrarotes Licht detektiert wird. Dadurch lassen sich unterschiedliche optische Messungen innerhalb eines Systems durchführen, ohne sich gegenseitig relevant zu beeinflussen und mit hoher Messgenauigkeit.
Prävention und Verlauf im Blick
Der Nutzen solcher Systeme liegt darin, bewährte Vitalparameter um zusätzliche Informationen zu erweitern. Kurzfristige Messwerte liefern weiterhin den notwendigen Überblick über den aktuellen Zustand, während langfristige Indikatoren helfen können, Veränderungen über Zeit besser einzuordnen.
Für Wearables, die häusliche Versorgung und andere patientennahe Anwendungen eröffnen sich damit neue Möglichkeiten – insbesondere im präventionsorientierten Umfeld, in dem ein erweiterter Blick auf längerfristige Entwicklungen gefragt ist.
Informationen zum Produktportfolio zur Überwachung der Vitalparameter finden Sie hier.
Die Multi-Chip LED SFH 7019 von ams OSRAM kombiniert Chips für Grün (530 nm), IR (980 nm) und UV-A (382 nm).
Bild: ams OSRAM
Eine passende Fotodiode SFH 2705U verbessert die Genauigkeit der Haut Autofluoreszenzmessung, indem verhindert wird, dass UV Licht den Detektor erreicht.
Bild: ams OSRAM
Die neue Wellenlängenkombination unterstützt sowohl die Herzfrequenzmessung als auch die AGE-Messung.
Bild: ams OSRAM
Über ams OSRAM
Die ams OSRAM Gruppe (SIX: AMS) ist ein weltweit führender Anbieter von innovativen Licht- und Sensorlösungen. Als Spezialist für Digital Photonics verbinden wir Ingenieurskunst mit modernster globaler Fertigung, um unseren Kunden das breiteste Portfolio an digitalen Licht- und Sensortechnologien zu bieten.
„Sense the power of light“ – unser Erfolg basiert von jeher auf dem tiefen Verständnis des Potenzials von Licht. Seit 120 Jahren entwickeln wir Innovationen, die Märkte bewegen: vom Auto über die industrielle Fertigung bis hin zu Medizin- und Consumer‑Elektronik. Im Jubiläumsjahr der Marke OSRAM arbeiten rund 18.500 Mitarbeitende weltweit an wegweisenden Lösungen entlang gesellschaftlicher Megatrends wie intelligente Mobilität, Künstliche Intelligenz, Augmented Reality, Smart Health und Robotik. Das spiegelt sich in rund 12.000 erteilten und angemeldeten Patenten wider. Die Gruppe mit Hauptsitz in Premstätten/Graz (Österreich) und einem Co-Hauptsitz in München (Deutschland) erzielte 2025 einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro und ist als ams-OSRAM AG an der SIX Swiss Exchange notiert (ISIN: AT0000A3EPA4).
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