Zuverlässige Infrarotausleuchtung beim Innenraum-Monitoring: für wegweisendes In-Cabin-Monitoring
Jahrzehntelang prägten Technologien die Fahrzeugsicherheit, die auf das Umfeld des Fahrzeugs ausgerichtet waren. Ziel der Entwicklungsarbeit war es, Autos so auszustatten, dass sie Fußgänger erkennen, Verkehrsschilder identifizieren, den Verkehr überwachen und Kollisionen vermeiden. Kameras, Radar und LiDAR haben die Art und Weise verändert, wie Fahrzeuge ihre Umgebung wahrnehmen.
Doch ein zentraler Bereich für die Sicherheit blieb weitgehend unbeachtet: der Fahrzeuginnenraum. Das ändert sich nun rasant. Mit dem Inkrafttreten der EU-Verordnung über die allgemeine Sicherheit von Fahrzeugen (EU 2019/2144) für alle neu zugelassenen Pkw, Lastwagen und Busse im Juli 2026 ist das Innenraum-Monitoring nun weit mehr als eine technologische Innovation – es ist Teil eines europäischen Sicherheitsrahmens, der sich fortlaufend weiterentwickelt.
Durch diesen Wandel verändert sich die Rolle von In-Cabin Sensing grundlegend. Innenraum-Monitoring ist nicht länger nur ein Komfortfeature, das Fahrzeugen der Premiumklasse vorbehalten ist. Vielmehr entwickelt es sich zu einem wesentlichen Bestandteil moderner Fahrzeugsicherheit, unterstützt die Umsetzung gesetzlich vorgeschriebener Fahrer-Monitoringsysteme und schützt zugleich Fahrer, Insassen und alle anderen Verkehrsteilnehmer.
„Bei ams OSRAM begleiten wir diesen Wandel mit Technologien, die speziell für eine zuverlässige Infrarotausleuchtung im Auto konzipiert sind. „Ein Beispiel ist die OSLON™ Black IR:6 C-Serie, die auf die wachsenden Anforderungen kamerabasierter In-Cabin Systeme zugeschnitten ist“, betonte Tobias Hofmeier, Product Marketing Manager für Automotive In-Cabin Sensing bei ams OSRAM.
Warum der Fahrzeuginnenraum heute ein zentraler Sicherheitsbereich ist
Traditionell lag der Fokus der Verkehrssicherheit auf Gefahren im Umfeld des Fahrzeugs. So konnten Autos ihre Umgebung zunehmend besser wahrnehmen, hatten jedoch nur begrenzte Einblicke in das Geschehen in ihrem Innenraum.
Moderne Fahrzeuge müssen heute beides leisten: Mit In-Cabin Sensing-Technologien können kamerabasierte Systeme sowohl den Fahrer als auch die Insassen überwachen – und schaffen so ein besseres Bewusstsein für Situationen, die sich auf die Sicherheit im Straßenverkehr direkt auswirken können. Ist der Fahrer abgelenkt bzw. zeigt er Anzeichen von Müdigkeit? Oder ist ein Kind oder ein Haustier im Auto zurückgeblieben? Monitoringsysteme, die wahrnehmen, was sich im Fahrzeug ereignet, können angemessen reagieren, noch bevor eine Situation eskaliert.
Ein typisches Beispiel: Eine Familie befindet sich auf einer langen Fahrt in den Urlaub, steckt seit Stunden im dichten Verkehr fest – und langsam wird es dunkel. Unterdessen werden die Kinder auf der Rückbank unruhig und lenken den Fahrer zusätzlich ab. In der Folge lässt die Aufmerksamkeit für das Verkehrsgeschehen allmählich nach, die Reaktionszeiten werden länger und die Augenbewegungen verändern sich.
In einer solchen Situation können selbst hellere Scheinwerfer nicht verhindern, dass ein Risiko entsteht. Jetzt kommt es auf Technologien an, die den Fahrer selbst und alle anderen Personen im Auto beobachten können. Genau das leistet In-Cabin Sensing.
Unsichtbar ausgeleuchtet, sichtbar sicherer
Zuverlässiges Innenraum-Monitoring setzt eines grundlegend voraus: Die Kamera muss bei allen Lichtverhältnissen klare Bilder liefern.
Kamerabasierte In-Cabin Systeme sind auf eine gleichmäßige Infrarotausleuchtung angewiesen, um Gesichter, Blickrichtung sowie Veränderungen im Zustand und Befinden des Fahrers zu erkennen, ohne die Aufmerksamkeit anderer Personen im Fahrzeug auf sich zu ziehen. Dies ist bei Tag und Nacht gleichermaßen wichtig.
Die OSLON™ Black IR:6 C-Serie wurde speziell für solche anspruchsvollen Bedingungen entwickelt.
Ein wesentliches Merkmal ist ihre Wellenlänge von 940 Nanometern: Sie reduziert das bei Infrarot-LEDs häufig sichtbare rote Glimmen erheblich. Bei Nachtfahrten bleibt die Ausleuchtung für Personen im Fahrzeug nahezu unsichtbar, während die Kamera dennoch alle erforderlichen Informationen erfasst.
Wer schon einmal ein Innenraum-Monitoringsystem mit deutlich sichtbarem Red-Glow-Effekt erlebt hat, weiß, wie ablenkend dies sein kann. ams OSRAM minimiert diesen Effekt bereits auf Chipebene und setzt damit direkt an der Ursache an, statt Kompromisse auf Systemebene einzugehen.
Das ist nicht einfach nur eine ästhetische Verbesserung. Die Nutzerakzeptanz spielt eine wichtige Rolle bei der erfolgreichen Umsetzung von Innenraum-Monitoringsystemen. Technologie, die zuverlässig funktioniert, ohne auf sich aufmerksam zu machen, wird eher als selbstverständlicher Teil des Fahrerlebnisses akzeptiert.
Zudem erzielt die neue IR:6-Dünnfilm-Chip-Technologie bis zu 29 Prozent mehr Helligkeit und bis zu 28 Prozent höhere Effizienz im Vergleich zur bisherigen Chip-Technologie¹. In Kombination mit mehreren Ausstrahlwinkeln und optischen Varianten bietet die OSLON™ Black IR:6 C-Serie OEMs und Tier-1-Zulieferern mehr Flexibilität bei der Integration von Infrarotausleuchtung in unterschiedliche Fahrzeugarchitekturen.
Regulatorische Vorgaben beschleunigen den Wandel hin zu einer neuen Generation der Fahrzeugsicherheit
Seit Juli 2024 sind erweiterte Fahrerablenkungswarnsysteme (Advanced Driver Distraction Warning, ADDW) für neue Fahrzeugtypen innerhalb der Europäischen Union gesetzlich vorgeschrieben – und seit Juli 2026 gilt diese Anforderung nun auch für alle neu zugelassenen Fahrzeuge, einschließlich Pkw, Lastwagen und Bussen.
Im Rahmen der EU-Verordnung über die allgemeine Sicherheit von Fahrzeugen sollen ADDW-Systeme erkennen, wenn die Aufmerksamkeit des Fahrers nicht mehr auf das Fahren gerichtet ist, und entsprechende Warnungen ausgeben. Doch die Auswirkungen dieser Entwicklung gehen weit über die Einhaltung regulatorischer Vorgaben hinaus.
Innenraum-Monitoring ist längst nicht mehr nur ein optionales Feature, das Premium-Modellen vorbehalten ist, sondern entwickelt sich zu einem integralen Bestandteil moderner Fahrzeugsicherheitsarchitekturen.
Für OEMs und Tier-1-Zulieferer gewinnt somit jedes Element an Bedeutung, das diese Systeme unterstützt – einschließlich der Infrarotausleuchtung. Faktoren wie Homogenität, Effizienz, unaufdringliche Integration sowie Langzeitzuverlässigkeit beeinflussen direkt die Performance kamerabasierter Monitoringsysteme.
Von der einzelnen Sicherheitsfunktion zur intelligenten Fahrzeugplattform
Die Bedeutung von In-Cabin Sensing reicht über die aktuellen regulatorischen Vorgaben hinaus.
Anwendungen wie Fahrer-Monitoring, Insassen-Monitoring und Anwesenheitserkennung von Kindern zeigen bereits heute, welchen Nutzen die Wahrnehmung des Innenraums bietet. Perspektivisch kann dieselbe Technologieplattform auch zukunftsweisende Funktionen – etwa die Erkennung von medizinischen Notfällen und von Beeinträchtigungen körperlicher oder geistiger Funktionen – sowie noch raffiniertere Formen der Interaktion zwischen Mensch und Technik unterstützen.
Mit dem Fortschreiten der Fahrzeugautomatisierung entwickelt sich der Innenraum immer mehr von einem Ort, an dem Personen lediglich Platz nehmen, zu einer intelligenten Systemumgebung.
Künftige Systeme werden nicht nur das Geschehen im Fahrzeuginnenraum beobachten. Sie werden zunehmend Situationen interpretieren, adaptive Sicherheitsmechanismen aktivieren und das Verhalten von Personen im Auto umfassender verstehen.
„Diese Entwicklung setzt eine zuverlässige und skalierbare Infrarotausleuchtung voraus, die sowohl den heutigen regulatorischen Vorgaben als auch den technischen Anforderungen von morgen gerecht wird. Die OSLON™ Black IR:6 C-Serie wurde gezielt für diese Anforderungen konzipiert, sodass Hersteller die Sicherheitsfunktionen von heute umsetzen können, während sich In-Cabin Sensing immer mehr zu einem Schlüsselelement moderner Fahrzeugsicherheit entwickelt“, erklärt Hofmeier.
In-Cabin Sensing etabliert sich als fester Bestandteil moderner Fahrzeugsicherheit
Die Automobilindustrie hat jahrzehntelang daran gearbeitet, Fahrzeuge für Ereignisse im Straßenverkehr zu sensibilisieren. Die nächste Herausforderung besteht nun darin, sie in die Lage zu versetzen, das Geschehen in ihrem Innenraum wahrzunehmen.
Die Umsetzung der EU-Verordnung über die allgemeine Sicherheit von Fahrzeugen markiert einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu diesem Umdenken. Da Innenraum-Monitoring zunehmend regulatorisch verankert wird – und somit weit über den Status einer optionalen Innovation hinausgeht – lautet die Frage nicht mehr, ob diese Systeme überhaupt erforderlich sind, sondern wie effektiv sie umgesetzt werden können.
So rücken Technologien zunehmend in den Fokus, die präzises, unaufdringliches und zuverlässiges In-Cabin Sensing ermöglichen. Denn die Zukunft der Fahrzeugsicherheit wird nicht allein davon bestimmt, wie gut ein Auto seine äußere Umgebung erfasst. Entscheidend wird auch sein, wie intelligent es die Personen in seinem Innenraum wahrnimmt und ihr Verhalten versteht.
¹ Basierend auf internen Messungen von ams OSRAM im Vergleich zur Vorgängergeneration
Veröffentlilcht am 24. August 2026.
Über ams OSRAM
Die ams OSRAM Gruppe (SIX: AMS) ist ein weltweit führender Anbieter von innovativen Licht- und Sensorlösungen. Als Spezialist für Digital Photonics verbinden wir Ingenieurskunst mit modernster globaler Fertigung, um unseren Kunden das breiteste Portfolio an digitalen Licht- und Sensortechnologien zu bieten.
„Sense the power of light“ – unser Erfolg basiert von jeher auf dem tiefen Verständnis des Potenzials von Licht. Seit 120 Jahren entwickeln wir Innovationen, die Märkte bewegen: vom Auto über die industrielle Fertigung bis hin zu Medizin- und Consumer‑Elektronik. Im Jubiläumsjahr der Marke OSRAM arbeiten rund 18.500 Mitarbeitende weltweit an wegweisenden Lösungen entlang gesellschaftlicher Megatrends wie intelligente Mobilität, Künstliche Intelligenz, Augmented Reality, Smart Health und Robotik. Das spiegelt sich in rund 12.000 erteilten und angemeldeten Patenten wider. Die Gruppe mit Hauptsitz in Premstätten/Graz (Österreich) und einem Co-Hauptsitz in München (Deutschland) erzielte 2025 einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro und ist als ams-OSRAM AG an der SIX Swiss Exchange notiert (ISIN: AT0000A3EPA4).
Mehr über uns erfahren Sie auf https://ams-osram.com/de
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