Ein klarer Weg hin zu einer nachhaltigen Fertigung: ams OSRAM steht kurz vor der Fertigstellung einer neuen Produktionsstätte für Optohalbleiter-Chips
ams OSRAM baut eine neue Chip-Produktionsstätte in Kulim, Malaysia, auf. Durch die Erweiterung seiner Produktionskapazitäten unterstützt das Unternehmen die Bemühungen der Halbleiterindustrie, den Druck auf die globale Chip-Lieferkette zu mindern, und deckt gleichzeitig die steigende Nachfrage nach fortschrittlicheren, energieeffizienteren Chips für modernste Anwendungen in den Bereichen Mobilität, Computing und Konnektivität.
Bei dieser Steigerung der Halbleiterproduktionskapazität muss auch eine weitere Kundenanforderung berücksichtigt werden: Nachhaltigkeit . Kunden legen zunehmend Wert darauf, dass die von ihnen gekauften Produkte sowohl nachhaltig sind als auch nachhaltig hergestellt werden. Langfristig muss das Ziel darin bestehen, CO₂-Emissionen aus dem Herstellungsprozess vollständig zu eliminieren . Unsere Kunden legen großen Wert auf ihren „grünen“ Ruf, und das Anliegen der Nachhaltigkeit erstreckt sich auch auf die Produkte, die sie kaufen: Das bedeutet, dass diese so energie- und ressourceneffizient wie möglich, unter fairen Arbeitsbedingungen und unter Achtung der Menschenrechte hergestellt werden sollten.
Natürlich haben alle industriellen und fertigungstechnischen Aktivitäten naturgemäß Auswirkungen auf die Umwelt und die Ressourcen. ams OSRAM hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt , um diese Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, beispielsweise durch strenge Vorgaben an Lieferanten und Auftragnehmer sowie durch die Verpflichtung, bis 2030 eine CO₂-neutrale Produktion zu erreichen.
Die neue 8-Zoll-Produktionsstätte in Kulim ist ein wichtiger Bestandteil des Nachhaltigkeitsprogramms von ams OSRAM. Sie wird die weltweit erste vollautomatisierte 8-Zoll-Waferfabrik für optische Halbleiter sein. Unter Einsatz der neuesten Technologien und Verfahren für die Halbleiterfertigung in Großserie werden dort vor allem fortschrittliche LEDs und Micro-LEDs hergestellt. Zusammen mit anderen Elementen unseres Technologieportfolios tragen diese optischen Produkte dazu bei, globale Herausforderungen wie den Klimawandel, den Druck auf die Ressourcen und die Urbanisierung zu bewältigen, und helfen unseren Kunden dabei, die Lebensqualität in Bereichen wie Gesundheit, Sicherheit und Mobilität zu verbessern.
Heute gehen wir direkt zum Kern des Themas Nachhaltigkeit: Wie kann ams OSRAM eine Anlage und einen Fertigungsprozess schaffen, die sowohl dem neuesten Stand der Technik entsprechen, als auch nur minimale Auswirkungen auf die Umwelt haben und zum Wohlergehen der lokalen Gemeinschaft beitragen? Die neue 8-Zoll-Produktionsstätte in Kulim, Malaysia, ist so konzipiert, dass sie über getrennte Bereiche für die Chip- und die Epitaxie-Produktion verfügt. Als weltweit erste vollautomatisierte 8-Zoll-Produktionsstätte für moderne LEDs bot die Anlage in Kulim ams OSRAM die Möglichkeit, hocheffiziente Lösungen für den Strom-, Kühl- und Wasserverbrauch zu entwickeln. Wie hat ams OSRAM den Ressourcenverbrauch der Anlage begrenzt?
Von Beginn an war das Planungsteam bestrebt, den Energieverbrauch und die CO₂-Emissionen so gering wie möglich zu halten – durch die Optimierung der Gebäudeplanung und der Bauweise sowie durch eine sorgfältige Materialauswahl. So wurden beispielsweise die Gebäudehülle und die Fassade so konzipiert, dass der Energiebedarf für die Kühlung der Gebäude minimiert und die gekühlte Luft im Inneren des Gebäudes zurückgehalten wird. Um dies zu erreichen, haben wir hochenergieeffiziente aktive Systeme wie Klimaanlagen und mechanische Lüftungsanlagen eingesetzt. Der Einsatz hocheffizienter LED-Lichtquellen wurde durch intelligente Lichtsteuerungskonzepte ergänzt. Insgesamt werden durch diese Maßnahmen rund 11,5 GWh pro Jahr eingespart, wodurch die CO₂-Emissionen im Vergleich zu einer nach Standardkriterien errichteten Anlage um etwa 10 % reduziert werden.
Die Qualität des Raumklimas hat einen direkten Einfluss auf die Gesundheit, die Produktivität und die Lebensqualität der Menschen und ist daher ein wesentlicher Bestandteil unseres Nachhaltigkeitsplans. In Malaysia verbringen viele Menschen einen Großteil ihres Arbeitslebens in vollständig klimatisierten Gebäuden. Daher müssen Luftqualität sowie visueller, akustischer und vor allem thermischer Komfort im Planungsprozess berücksichtigt werden.
Außerdem wollten wir, dass unsere neue 8-Zoll-Produktionsstätte in Kulim nach dem LEED-Bewertungssystem zertifiziert wird. Um dieses Ziel zu erreichen, musste die Energieeffizienz besser sein als die herkömmlicher Industriegebäude in Malaysia. Unser Antrag auf Erreichung des Mindestziels einer Silber-Zertifizierung wird derzeit vom LEED-Ausschuss geprüft.
Die Halbleiterproduktion verbraucht große Mengen an Wasser. Da Wasser eine zunehmend knappe Ressource ist, wird seine Verfügbarkeit zu einem wichtigen Faktor bei der Entscheidung über den Standort von Halbleiterfabriken werden, um eine dezentrale globale Lieferkette zu unterstützen. Welche Strategie verfolgen Sie in diesem Zusammenhang?
Ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasser ist sehr wichtig. Ich stimme zu, dass die Halbleiterproduktion sehr wasserintensiv ist. Wir berücksichtigen die verfügbaren Ressourcen, indem wir unsere Standorte überwachen, Ziele zur Reduzierung des Wasserverbrauchs festlegen und den tatsächlichen Bedarf jährlich überprüfen.
Wir sind seit mehr als 50 Jahren in Malaysia präsent und verfügen über Erfahrung im Umgang mit der lokalen Wasserversorgung. Bei der Erweiterung dieses Standorts haben wir von Anfang an großen Wert darauf gelegt, unseren Wasserverbrauch deutlich zu senken.
Dank eines hocheffizienten zentralen Wassermanagement- und Aufbereitungssystems werden wir jährlich rund 600.000 m³ mehr wiederaufbereitetes Wasser wiederverwenden können als mit herkömmlichen Wassermanagementsystemen möglich wäre. Diese hohe Wiederverwendungsmenge ist das Ergebnis hoher Rückgewinnungsraten von mehr als 50 %.
Im neuen Werk in Kulim verfügen wir zudem über Genehmigungen zur Einleitung von Abwasser und, falls erforderlich, zum Betrieb von Neutralisationsanlagen. Diese Genehmigungen legen sehr spezifische Anforderungen hinsichtlich der Menge, der Temperatur und der chemischen Zusammensetzung des Abwassers fest, die alle einer strengen Überprüfung unterliegen. Ein Teil des Grundwassers, das wir zur Kühlung entnommen haben, wird chemisch unverändert in die Quelle zurückgeführt. Der Rest ist verschmutzt und muss daher von zertifizierten externen Dienstleistern fachgerecht behandelt werden.
Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, alternative Energiequellen zu nutzen, zum Beispiel Solarenergie?
Ja, die Erzeugung grüner Solarenergie ist Teil unseres Plans: Auf den Dächern des neuen Standorts in Kulim sollen mehr als 8.000 PV-Module installiert werden, darunter auch auf Motorradunterständen und Parkplätzen. Insgesamt wird diese PV-Anlage eine Spitzenleistung von rund 7,6 MWp erzeugen, die direkt von unseren Produktionsanlagen verbraucht wird. Unsere PV-Anlage zur Erzeugung grüner Energie wartet noch auf die Genehmigung durch den lokalen Stromversorger des Kulim High-Tech-Parks.
Der weltweite Anteil an Strom aus erneuerbaren Energiequellen bei ams OSRAM liegt derzeit bei 39 %, den wir im Rahmen unserer Klimastrategie weiter ausbauen wollen. Im Einklang mit seiner übergeordneten Nachhaltigkeitsstrategie legt ams OSRAM Wert auf den schonenden Umgang mit Ressourcen, Umweltschutz, gute Arbeitsbedingungen, Gesundheit und Sicherheit sowie die Einhaltung der Menschenrechte entlang der gesamten Wertschöpfungskette – und berichtet regelmäßig über seine Fortschritte.