„Automotive Photonic Journey“ – wo künstliche Intelligenz auf Opto-Intelligenz trifft
Wie lassen sich wettbewerbsorientierte, nachhaltige und kooperative Strategien am besten umsetzen, um Fabriken und die Halbleiterfertigung zu revolutionieren und so Effizienz und Leistung zu steigern? Dies stand im Mittelpunkt des Fab Management Forums, das parallel zur electronica in München stattfand und damit wohl die bedeutendste Einzelveranstaltung für die Elektronikfertigung in Europa darstellte. Wolfgang Lex, Senior Vice President des Geschäftsbereichs „Mobility & Illumination“ bei ams OSRAM, tauschte sich mit Vertretern und anderen FMF-Ausschussmitgliedern aus der europäischen Halbleiter- und Elektronikindustrie aus. In seinem Vortrag „Automotive Photonic Journey“ erörterte er, wie Opto-Intelligenz – kurz OI – entscheidend dazu beitragen wird, die „letzte Meile“ der KI zwischen Maschinen und Menschen zu überbrücken, insbesondere im Automobilbereich.
KI trifft auf OI: Was hat Licht mit der Entwicklung der künstlichen Intelligenz zu tun?
Künstliche Intelligenz (KI) ist das Schlagwort, das derzeit in aller Munde ist und wohl jeden Bereich unseres Lebens beeinflusst – nicht zuletzt die Automobilbranche und die Mobilität. Für die Unternehmen, die dafür zuständig sind, den oft als Tech-Hype bezeichneten Trend in elektronisch umsetzbare Realität zu verwandeln, wird ein entscheidender Punkt häufig übersehen: Wie ermöglichen wir es unseren Maschinen und digitalen Geräten, mit uns Menschen zu kommunizieren – unabhängig von der Umgebung? Zum Beispiel:
- In intelligenten Wohnräumen passt sich die Beleuchtung während der Arbeit an, um die Konzentration zu fördern, und wird am Abend gedimmt, um eine entspannte Atmosphäre zu schaffen.
- Interaktive Displays und Projektionen ersetzen herkömmliche Bildschirme und verwandeln das Wohnzimmer in ein dynamisches, personalisiertes Medienzentrum.
- In öffentlichen Gebäuden und auf Straßen wird Licht genutzt, um Menschen Informationen zu vermitteln.
- In Einkaufszentren erkennen Systeme Stammkunden, begrüßen sie und informieren sie gezielt über Neuheiten.
- In Einkaufszentren und Flughäfen leiten intelligente Beleuchtungssysteme Besucher zu ihren Zielen und informieren sie über wichtige Ereignisse oder Angebote.
Hier kommen nicht nur KI, sondern auch optische Technologien ins Spiel – und genau in diesem Bereich glänzt ams OSRAM und ist bestens aufgestellt, um die Mensch-Maschine-Schnittstelle mit unseren intelligenten, „digitalen“ Beleuchtungstechnologien (EVIYOS™ und ALIYOS™ ) für immer neue Anwendungen voll auszuschöpfen.
Zunehmend werden Opto-Intelligenz (OI) und Licht eine wesentliche Rolle bei der Informationsübermittlung zwischen intelligenten Systemen und der Umgebung spielen. Die Antwort liegt in den von ams OSRAM entwickelten photonischen Technologien, die als Bindeglied zwischen den Erkenntnissen der künstlichen Intelligenz und der physischen Welt fungieren. Während KI-Systeme Daten analysieren und Entscheidungen treffen, ist es das Licht – oder genauer gesagt: Photonen –, das diese Informationen für den Menschen sichtbar und verständlich macht.
Photonen sind das Medium, über das 90 % der Informationen von Maschinen an den Menschen übertragen werden. Genau hier liegt die Kernkompetenz von ams OSRAM: Das Unternehmen hat nicht nur die Technologie entwickelt, um KI-Eingaben über Sensoren zu erfassen, sondern auch die Fähigkeit, diese Daten durch photonische Ausgabetechnologien wie intelligente Lichtquellen für Projektionen oder Displays sichtbar zu machen. Ohne diesen letzten Schritt, die Informationen von der Maschine zum Menschen zu bringen, bliebe jede KI-Entscheidung verborgen.
Ein Beispiel hierfür ist die EVIYOS™-Technologie im Automobilsektor, bei der intelligente Lichtquellen nicht nur zur Beleuchtung der Umgebung, sondern auch zur Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern eingesetzt werden.
Das Fahrzeug wählt je nach Situation die passende Beleuchtung aus, erkennt den Gegenverkehr und passt die Beleuchtung automatisch an. Der eigentliche Durchbruch liegt jedoch in der Fähigkeit, mit der Außenwelt zu interagieren – beispielsweise mit Fußgängern oder Radfahrern. So kann die Beleuchtung beispielsweise eine Person an einem Fußgängerüberweg erkennen, diese direkt anstrahlen und die Sicherheit dadurch erheblich erhöhen. Eine Studie in den USA hat gezeigt, dass die Sicherheit an solchen intelligenten Fußgängerüberwegen deutlich verbessert wird, wenn Personen direkt angestrahlt werden und dadurch besser sichtbar sind.
Ein weiteres Beispiel ist der Einsatz von pixelbasierten Lichtquellen in Windschutzscheiben. Mit den Technologien EVIYOS™ und ALIYOS™ lassen sich personalisierte Informationen direkt auf die Windschutzscheibe projizieren, wodurch der Fahrer in Echtzeit Benachrichtigungen und Warnungen erhält. Dies verdeutlicht das Potenzial von OI, die Interaktion zwischen Mensch und Maschine sicherer und effizienter zu gestalten.
Diese intelligente Beleuchtung beschränkt sich nicht nur auf Fahrzeuge. In Smart Cities können Lichtquellen dazu genutzt werden, Fußgänger sicher über Straßen zu leiten oder mit Kunden in Einzelhandelsräumen zu interagieren. Im Bereich der intelligenten Ladenbeleuchtung könnte personalisiertes Licht Kunden begrüßen und auf ihre Vorlieben eingehen. In Luxusgeschäften könnten Kunden bereits vor dem Betreten des Ladens durch Lichtprojektionen begrüßt werden, die auf ihren früheren Besuchen oder persönlichen Vorlieben basieren – und so das Einkaufserlebnis auf ein ganz neues Niveau heben. Personalisierte Lichtprojektionen könnten Besucher mit maßgeschneiderten Begrüßungen empfangen, während die Beleuchtung in Echtzeit auf die Bewegungen der Kunden reagiert. Diese Technologie hat zudem das Potenzial, in anderen Bereichen eingesetzt zu werden, beispielsweise bei großflächiger Außenwerbung oder intelligenter Stadtbeleuchtung. Dies ist nicht nur eine spannende Vision für die Gestaltung der Zukunft von Städten und des Einzelhandels.
Die Vision von „AI meets OI“ eröffnet neue Möglichkeiten für die Zukunft. Während die KI im Hintergrund die Analyse und Entscheidungsfindung übernimmt, sind es die photonischen Technologien, die diese Erkenntnisse in die physische Welt übertragen – und Licht in Form von Photonen spielt dabei die zentrale Rolle, indem es die Informationen vom System an den Menschen weiterleitet.
Die besondere Stärke von ams OSRAM liegt darin, die gesamte Wertschöpfungskette abzudecken: von der Erfassung von Daten über Sensoren bis hin zur Übertragung dieser Daten in Form von Lichtsignalen. Das Unternehmen hat bereits die Technologien entwickelt, die erforderlich sind, um diese Vision in die Realität umzusetzen, und ist gut aufgestellt, um gemeinsam mit Kunden diese „letzte Meile“ zu überbrücken.